Paul Leni kam 1927 auf Einladung Carl Laemmles nach Hollywood, um für dessen Universal-Studios zu arbeiten. Die beiden verband ihre jüdische und schwäbische Herkunft und Laemmle beeindruckte Paul Lenis Das Wachsfigurenkabinett (1924), ein ikonografisches Werk des filmischen Expressionismus.
Dem Gruselgenre sollte Leni auch mit The Cat and the Canary treu bleiben, die Adaption eines Bühnenkrimis und Broadway-Erfolgs. Leni verwendet in The Cat and the Canary die im deutschen Expressionismus typischen Stilmerkmale wie artifizielle Dekors und kontrastreiche Lichtsetzung und verschafft seiner Gruselkomödie eine besonders düstere Atmosphäre, die jedoch durch bewusst überzeichnete, groteske Momente im Spiel der Protagonist:innen immer wieder ins komische kippt. Die Mischung zündete beim Publikum und wurde nach der Premiere des Films 1927 zum Box Office Erfolg. Es folgten zwei weitere Gruselfilme, ehe Leni nur 44-jährig an einer Herzerkrankung starb.
Zum Inhalt: Am 20. Todestag des exzentrischen Millionärs Cyrus West versammeln sich in dessen düsterem Anwesen seine Angehörigen zur Testamentseröffnung. Enttäuscht müssen sie feststellen, dass West sein komplettes Vermögen an eine entfernte Verwandte vererbt: die junge Annabelle West. Es sei denn, ihr könne nachgewiesen werden, dass sie psychisch erkrankt sei. Für diesen Fall ist ein zweites Testament vorgesehen: Geld und Diamanten gehen dann an eine Person, deren Name sich in einem versiegelten Umschlag befindet. Bevor Annabelle die Identität ihres möglichen Nachfolgers vom Anwalt der Familie erfahren kann, verschwindet dieser mitsamt dem Geheimnis. Das erste einer Reihe mysteriöser Ereignisse, die Annabelle erheblich unter Druck setzen und Zweifel an ihrem seelischen Befinden wecken....
Das Ensemble Spooky Tune unter Leitung von George Morton und mit Caroline Eyck am Theremin begleitet den Film mit einer Komposition von Neil Brand, entstanden im Auftrag von Photoplay Productions für CHANNEL 4.
Die Vorführung von The Cat and the Canary erfolgt mit freundlicher Genehmigung von Photoplay Productions.






